Microsoft Entra ID ist die zentrale Identitäts- und Zugriffsebene vieler Microsoft-365-Umgebungen. Benutzerkonten, Gruppen, Anwendungen und Conditional-Access-Richtlinien bestimmen, wer auf welche Dienste und Unternehmensdaten zugreifen darf.
Fehlerhafte Automatisierungen, versehentlich gelöschte Objekte oder kompromittierte Administratorkonten können deshalb weitreichende Folgen haben. Im schlimmsten Fall verlieren Mitarbeitende den Zugriff auf geschäftskritische Anwendungen oder unerwünschte Änderungen betreffen grosse Teile des Microsoft-365-Tenants.
Seit dem 30. Juni 2026 ist Microsoft Entra Backup and Recovery allgemein verfügbar. Die native Funktion erstellt automatisch tägliche Sicherungsstände und ermöglicht die Wiederherstellung unterstützter Identitätsobjekte und Sicherheitskonfigurationen.
Damit schliesst Microsoft eine wichtige Lücke in der Wiederherstellbarkeit von Microsoft Entra ID. Ein vollständiges Backup des gesamten Tenants oder der dazugehörigen Microsoft-365-Daten ist die Funktion jedoch nicht. Weitere technische Details enthält die offizielle Übersicht zu Microsoft Entra Backup and Recovery.
Das Wichtigste in Kürze
Microsoft Entra Backup and Recovery:
- erstellt automatisch einmal täglich einen Sicherungsstand,
- hält bis zu sieben tägliche Sicherungspunkte vor,
- schützt die Sicherungspunkte vor Änderungen durch Tenant-Administratoren und Anwendungen,
- zeigt Abweichungen über Difference Reports,
- stellt unterstützte Änderungen, Objekttypen oder einzelne Objekte wieder her,
- sichert keine Exchange-, OneDrive-, SharePoint- oder Teams-Inhalte,
- bietet keinen vollständigen Tenant-Rollback.
Die native Funktion ist damit vor allem eine kurzfristige Absicherung für die Identitäts- und Konfigurationsebene.
Was ist Microsoft Entra Backup and Recovery?
Microsoft Entra Backup and Recovery ist eine direkt in Microsoft Entra integrierte Lösung zur Sicherung und Wiederherstellung unterstützter Verzeichnisobjekte.
Voraussetzung ist ein Microsoft-Entra-Workforce-Tenant mit Microsoft Entra ID P1 oder P2. External-ID- und Azure-AD-B2C-Tenants werden derzeit nicht unterstützt.
Unternehmen müssen keinen eigenen Sicherungsauftrag erstellen, keinen Speicherort auswählen und keine zusätzliche Backup-Software installieren. Microsoft erstellt und verwaltet die Sicherungspunkte automatisch innerhalb der für den Tenant vorgesehenen geografischen Region.
Das reduziert den Einrichtungs- und Betriebsaufwand. Gleichzeitig können Unternehmen den Sicherungszeitpunkt, die Aufbewahrungsdauer und den Speicherort nicht selbst festlegen.
So funktioniert die native Entra-Sicherung
Ein automatischer Sicherungspunkt pro Tag
Microsoft erstellt einmal täglich einen Sicherungsstand der unterstützten Entra-Objekte. Bis zu sieben tägliche Sicherungspunkte stehen gleichzeitig zur Verfügung.
Eigene Zeitpläne oder zusätzliche manuelle Snapshots sind nicht vorgesehen. Unternehmen können somit nicht unmittelbar vor einer umfangreichen Änderung einen separaten Sicherungsstand anlegen.
Im ungünstigsten Fall liegt der letzte verfügbare Sicherungspunkt beinahe 24 Stunden zurück. Für Organisationen mit einem engeren Recovery Point Objective, also einem geringeren tolerierbaren Daten- oder Konfigurationsverlust, kann die native Sicherungsfrequenz deshalb zu gering sein.
Vor administrativer Manipulation geschützt
Die Sicherungspunkte werden vollständig durch Microsoft verwaltet. Selbst hochprivilegierte Administratoren oder Anwendungen mit weitreichenden Microsoft-Graph-Rechten können sie innerhalb des Tenants nicht deaktivieren, verändern oder löschen.
Das ist besonders relevant, wenn ein privilegiertes Konto kompromittiert wurde und ein Angreifer versucht, vorhandene Wiederherstellungsoptionen zu beseitigen.
Die vollständige Verwaltung durch Microsoft ist gleichzeitig eine Einschränkung: Die Sicherungspunkte können nicht in einen eigenen Speicher exportiert oder langfristig unabhängig vom Microsoft-Dienst archiviert werden.
Difference Reports zeigen Veränderungen
Ein Difference Report vergleicht einen ausgewählten Sicherungsstand mit dem aktuellen Zustand des Tenants.
Der Bericht zeigt beispielsweise:
- neu erstellte Objekte,
- veränderte Eigenschaften,
- geänderte Beziehungen und Gruppenmitgliedschaften,
- vorläufig gelöschte Objekte,
- zwischenzeitlich wiederhergestellte Objekte.
Die Analyse kann für alle unterstützten Änderungen, bestimmte Objekttypen oder bis zu 100 konkrete Objekt-IDs durchgeführt werden.
Ein Difference Report verändert den Tenant nicht. Er dient als Vorschau und Entscheidungsgrundlage vor einer Wiederherstellung.
Der Bericht bildet allerdings nur den Zustand zum Zeitpunkt seiner Erstellung ab. Wird der Tenant danach erneut verändert, erscheinen diese Änderungen nicht im bereits vorhandenen Bericht. Vor einer kritischen Wiederherstellung sollte deshalb ein aktueller Difference Report erstellt und fachlich geprüft werden.
Microsoft beschreibt die Funktionsweise ausführlich in der Dokumentation zu Difference Reports und Wiederherstellungen.
Gezielte Wiederherstellung
Administratoren können die Wiederherstellung für drei unterschiedliche Umfänge starten:
- alle unterstützten Änderungen,
- ausgewählte Objekttypen,
- einzelne Objekte anhand ihrer Objekt-ID.
So lässt sich beispielsweise eine fehlerhaft veränderte Conditional-Access-Richtlinie gezielt zurücksetzen, ohne gleichzeitig sämtliche Benutzer oder Anwendungen zu verändern.
Änderungen an einzelnen Eigenschaften werden im Difference Report angezeigt. Microsoft bietet jedoch keine frei auswählbare Wiederherstellung nur einer bestimmten Eigenschaft als eigenständige Recovery-Ebene an. Die Wiederherstellung erfolgt auf Objekt-, Objekttyp- oder Gesamtumfangsebene.
Recovery History, Rollen und Protokollierung
Laufende und abgeschlossene Wiederherstellungsaufträge werden in der Recovery History dokumentiert. Sichtbar sind unter anderem der verwendete Sicherungspunkt, die Laufzeit, der Status, betroffene Objekte sowie Warnungen und Fehler.
Recovery-History-Einträge und abgeschlossene Difference Reports werden sieben Tage nach ihrem Abschluss aufbewahrt. Für langfristige Audit-, Compliance- oder Incident-Response-Nachweise sind daher zusätzliche Log-Retention-Prozesse notwendig.
Weitere Details enthält die Microsoft-Dokumentation zur Recovery History.
Für einen Betrieb nach dem Least-Privilege-Prinzip stellt Microsoft zwei spezialisierte Rollen bereit:
Microsoft Entra Backup Reader darf Sicherungspunkte, Difference Reports und den Wiederherstellungsverlauf einsehen.
Microsoft Entra Backup Administrator kann zusätzlich Difference Reports und Wiederherstellungsaufträge starten oder laufende Aufträge abbrechen.
Eine Automatisierung ist grundsätzlich über Microsoft Graph möglich. Die zugehörigen Entra-Backup-Schnittstellen befinden sich jedoch weiterhin im Beta-Bereich. Produktive Automatisierungen sollten deshalb sorgfältig getestet und auf mögliche Änderungen der Schnittstellen vorbereitet werden.
Welche Objekte und Konfigurationen werden unterstützt?
Microsoft sichert einen definierten, aber nicht vollständigen Umfang an Verzeichnisobjekten, Eigenschaften und Beziehungen.
| Bereich | Beispiele unterstützter Inhalte | Wichtige Grenze |
|---|---|---|
| Benutzer | Ausgewählte Stammdaten, Kontoeinstellungen, PasswordPolicies und benutzerbezogener MFA-Status | Kennwörter sowie Manager- und Sponsor-Beziehungen gehören nicht zum dokumentierten Wiederherstellungsumfang |
| Gruppen | Microsoft-365-Gruppen, Cloud-Sicherheitsgruppen und statische Mitgliedschaften | Gruppenbesitzer und Regeln dynamischer Gruppen sind nur eingeschränkt abgedeckt |
| Conditional Access | Conditional-Access-Richtlinien und Named Locations | Kein Ersatz für Notfallkonten und präventive Ausschlussregeln |
| Anwendungen und Identitäten | App-Registrierungen, Service Principals, ausgewählte Zuweisungen und Managed Identities | Client Secrets, Zertifikate und weitere Anmeldeinformationen gehören nicht allgemein zu den dokumentierten wiederherstellbaren Eigenschaften |
| Authentifizierung | Ausgewählte Authentication Methods Policies, beispielsweise für Passkeys, Microsoft Authenticator, SMS, Temporary Access Pass und zertifikatbasierte Authentifizierung | Die Unterstützung dieser Richtlinien bedeutet nicht, dass sämtliche individuellen Authentifizierungsnachweise einzelner Benutzer wiederhergestellt werden |
| Weitere Bereiche | Ausgewählte Authorization Policies, mandantenweite Einstellungen der benutzerbezogenen MFA und Entra Agent ID | Die Abdeckung ist objekt- und eigenschaftsspezifisch |
Entra Agent ID wird unterstützt, soweit die zugrunde liegenden Benutzer- und Service-Principal-Objekte sowie deren dokumentierte Eigenschaften abgedeckt sind.
Die Unterstützung eines Objekttyps bedeutet somit nicht automatisch, dass sämtliche Einstellungen, Anmeldeinformationen, Beziehungen und Abhängigkeiten wiederhergestellt werden.
Dabei dürfen unterstützte Authentication Methods Policies nicht mit den individuellen Authentifizierungsnachweisen einzelner Benutzer gleichgesetzt werden. Vor einer Einführung sollten Unternehmen deshalb die aktuelle Microsoft-Liste der unterstützten Objekte und wiederherstellbaren Eigenschaften prüfen.
Kennwörter und Anwendungsschlüssel separat schützen
Kennwörter gehören nicht zu den dokumentierten wiederherstellbaren Benutzereigenschaften.
Auch Client Secrets, Zertifikate und andere Anmeldeinformationen von Anwendungen sollten nicht allein durch Entra Backup and Recovery abgesichert werden. Unternehmen benötigen dafür ein separates Secrets-Management, definierte Rotationsprozesse und gegebenenfalls einen Dienst wie Azure Key Vault.
Nach einem Sicherheitsvorfall sollten zurückgeholte Identitäts- und Anwendungskonfigurationen zudem nicht automatisch als vertrauenswürdig gelten. Kritische Anmeldeinformationen müssen überprüft, rotiert oder neu ausgestellt werden.
Besonders relevant: Conditional Access
Conditional-Access-Richtlinien steuern, unter welchen Bedingungen Benutzer auf Anwendungen und Daten zugreifen dürfen. Eine fehlerhaft konfigurierte Richtlinie kann jedoch auch legitime Benutzer oder Administratoren aussperren.
Microsoft Entra Backup and Recovery kann unterstützte Conditional-Access-Richtlinien auf einen früheren Sicherungsstand zurücksetzen. Damit gehört Conditional Access zu den wichtigsten praktischen Anwendungsfällen.
Die Sicherung ersetzt trotzdem keine präventiven Massnahmen. Unternehmen benötigen weiterhin:
- geschützte Break-Glass- beziehungsweise Notfallkonten,
- dokumentierte Notfallprozesse,
- kontrollierte Ausschlussregeln,
- ein strukturiertes Change Management,
- regelmässige Überprüfungen kritischer Richtlinien.
Wie arbeitet eine Wiederherstellung?
Microsoft erstellt bei einer Wiederherstellung keine vollständige Kopie eines früheren Tenants. Stattdessen vergleicht der Dienst den gewählten Sicherungspunkt mit dem aktuellen Zustand und führt passende Aktionen aus.
| Änderung seit dem Sicherungspunkt | Aktion bei der Wiederherstellung |
|---|---|
| Ein bestehendes Objekt wurde verändert | Unterstützte Eigenschaften und Beziehungen werden zurückgesetzt |
| Ein Objekt wurde nach der Sicherung erstellt | Das Objekt wird vorläufig gelöscht |
| Ein Objekt wurde nach der Sicherung vorläufig gelöscht | Das Objekt wird wiederhergestellt |
| Ein zuvor gelöschtes Objekt wurde zwischenzeitlich wiederhergestellt | Das Objekt wird erneut vorläufig gelöscht |
Die Wiederherstellung erfolgt als In-Place-Recovery, also direkt im bestehenden produktiven Tenant.
Eine automatische Rückgängig-Funktion existiert nicht. Wird ein laufender Auftrag abgebrochen, bleiben bereits ausgeführte Änderungen bestehen. Vor umfangreichen Wiederherstellungen sind deshalb ein aktueller Difference Report, eine fachliche Freigabe und ein dokumentiertes Recovery-Runbook erforderlich.
Typische Einsatzszenarien
Microsoft Entra Backup and Recovery eignet sich besonders für kurzfristig erkannte Vorfälle:
- Ein PowerShell- oder Microsoft-Graph-Skript verändert zahlreiche Benutzer, Gruppen oder Anwendungen.
- Eine Conditional-Access-Richtlinie blockiert unerwartet Mitarbeitende oder Administratoren.
- Eine Gruppe, App-Registrierung oder ein Service Principal wird versehentlich vorläufig gelöscht.
- Ein kompromittiertes Administratorkonto verändert Sicherheitsrichtlinien oder Berechtigungen.
- Gruppenmitgliedschaften oder ausgewählte Anwendungszuweisungen werden ungewollt angepasst.
Der grösste Nutzen entsteht, wenn ein Vorfall schnell erkannt wird und ein geeigneter Sicherungspunkt innerhalb des Sieben-Tage-Fensters verfügbar ist.
Wo liegen die Grenzen der Microsoft-Lösung?
Microsoft Entra Backup and Recovery ist eine wertvolle native Basisabsicherung. Für ein vollständiges Wiederherstellungskonzept müssen Unternehmen jedoch mehrere Einschränkungen berücksichtigen.
Kurzes Wiederherstellungsfenster: Microsoft bewahrt bis zu sieben tägliche Sicherungspunkte auf. Fehler, die erst nach mehreren Wochen oder Monaten erkannt werden, lassen sich nicht über einen älteren nativen Sicherungsstand korrigieren.
Kein Snapshot vor kritischen Änderungen: Es wird nur ein automatischer Sicherungspunkt pro Tag erstellt. Ein zusätzlicher manueller Snapshot unmittelbar vor einem umfangreichen Change ist nicht vorgesehen.
Kein vollständiger Tenant-Rollback: Die Funktion sichert nur dokumentierte Objekte, Eigenschaften und Beziehungen. Sie erstellt kein vollständiges Abbild aller Microsoft-365- und Entra-Dienste.
Keine Wiederherstellung endgültig gelöschter Objekte: Endgültig gelöschte Objekte können nicht mit ihrer bisherigen Objekt-ID wiederhergestellt werden. Eine manuelle Neuerstellung erzeugt eine neue ID. Frühere Beziehungen, Mitgliedschaften oder Berechtigungen müssen gegebenenfalls neu aufgebaut werden.
Keine exportierbaren Sicherungskopien: Die nativen Sicherungspunkte können nicht in einen eigenen Speicher übertragen oder langfristig ausserhalb des Microsoft-Dienstes archiviert werden.
Keine Microsoft-365-Nutzdaten: Exchange-Postfächer, OneDrive-Dateien, SharePoint-Sites und Teams-Inhalte gehören nicht zur Entra-Identitätssicherung. Für diese Daten wird eine separate Microsoft-365-Backup-und-Recovery-Strategie benötigt.
Einschränkungen bei hybriden Identitäten: Werden Benutzer oder Gruppen aus einem lokalen Active Directory synchronisiert, muss die Wiederherstellung grundsätzlich in der lokalen Quellumgebung erfolgen, solange diese die führende Datenquelle ist.
Begrenzte Parallelität: Pro Tenant kann nur ein Difference Report oder ein Wiederherstellungsauftrag gleichzeitig ausgeführt werden. In grossen Umgebungen können Difference Reports mehrere Stunden laufen. Auch die Wiederherstellungsdauer steigt mit der Anzahl und Art der Änderungen.
Acronis Cyber Protect Cloud als zusätzliche Schutzebene
Mit Version 26.06 hat auch Acronis Cyber Protect Cloud einen eigenen Schutz für Microsoft Entra ID erhalten.
Acronis dokumentiert vier für den Vergleich relevante Funktionen. Während auch Microsoft einen Sicherungsstand über Difference Reports mit dem aktuellen Tenant-Zustand vergleichen kann, ergänzt Acronis diesen Ansatz um weitere Möglichkeiten:
- Vergleich eines Backupstands mit den aktuellen Live-Daten
- Vergleich zweier historischer Backupstände
- Wiederherstellung unterstützter Entra-Daten bis auf Eigenschaftsebene
- Download gesicherter Objekte sowie von Audit- und Sign-in-Logs
Der Vergleich mit Live-Daten ist somit kein ausschliessliches Acronis-Merkmal. Die wesentlichen zusätzlichen Unterschiede liegen insbesondere im Vergleich zweier historischer Backupstände, der dokumentierten Wiederherstellung einzelner unterstützter Eigenschaften und den Downloadmöglichkeiten.
Acronis beschreibt die Wiederherstellung auf Organisations-, Objekt-, Datensatz- und Eigenschaftsebene. Die Bezeichnung Organisationsebene bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sämtliche Tenant-Dienste, Microsoft-365-Inhalte und Abhängigkeiten vollständig zurückgesetzt werden.
Wiederhergestellt werden die von Acronis unterstützten und im Backup enthaltenen Entra-Daten. Der genaue Umfang sollte anhand der aktuellen Produktdokumentation und möglichst in einem Test-Tenant geprüft werden. Die beschriebenen Funktionen sind in den Acronis Cyber Protect Cloud 26.06 Release Notes dokumentiert.
Acronis betrachtet Entra ID zudem nicht als isolierten Workload. Abhängig von Lizenzierung und Servicekonfiguration kann dieselbe Plattform auch Microsoft-365-Daten, Endgeräte, Server und virtuelle Maschinen schützen sowie zusätzliche Security-, Management- oder Disaster-Recovery-Funktionen bereitstellen.
Weitere Informationen zur Plattform finden Sie auf der innobit-Technologieseite zu Acronis.
Sicherungsfrequenz und Aufbewahrung hängen vom Schutzplan ab: Die offiziellen Acronis-Unterlagen bestätigen den Entra-ID-Schutz, nennen jedoch keine allgemeingültige Standardaufbewahrung für jede Kundenkonfiguration.
Welche Zeitpläne, Speicherziele und Aufbewahrungsoptionen konkret verfügbar sind, muss daher anhand des gewählten Schutzplans, Lizenzmodells und Serviceumfangs geprüft werden.
Aus allgemeinen Acronis-Backupfunktionen darf nicht automatisch abgeleitet werden, dass sämtliche Optionen unverändert für Entra-ID-Backups gelten.
Microsoft Entra Backup and Recovery und Acronis im Vergleich
| Kriterium | Microsoft Entra Backup and Recovery | Acronis Cyber Protect Cloud |
|---|---|---|
| Grundansatz | Native Kurzzeitabsicherung für Entra ID | Übergreifende Backup- und Cyber-Protection-Plattform |
| Sicherungsfrequenz | Ein automatischer Sicherungspunkt pro Tag | Konkrete Entra-Optionen sind abhängig von Schutzplan und Service |
| Aufbewahrung | Bis zu sieben tägliche Sicherungspunkte | Abhängig von Lizenzierung, Schutzplan und Speicherziel |
| Wiederherstellungsumfang | Unterstützte Änderungen, Objekttypen oder einzelne Objekt-IDs | Organisations-, Objekt-, Datensatz- und Eigenschaftsebene |
| Vergleichsmöglichkeiten | Sicherungspunkt mit aktuellem Tenant-Zustand | Vergleich mit Live-Daten sowie zwischen zwei Backupständen |
| Endgültig gelöschte Objekte | Keine Wiederherstellung mit der bisherigen Objekt-ID | Keine pauschale Aussage anhand der vorliegenden Dokumentation; Verhalten objektabhängig prüfen |
| Export und Download | Native Sicherungspunkte sind nicht exportierbar | Objekte sowie Audit- und Sign-in-Logs können heruntergeladen werden |
| Weitere Workloads | Keine Microsoft-365-Nutzdaten, Server oder Endgeräte | Je nach Paket Microsoft 365, Endgeräte, Server und virtuelle Maschinen |
| Betriebsmodell | Automatische, von Microsoft verwaltete Basisfunktion | Konfigurierbare Plattform mit lizenzabhängigem Funktionsumfang |
Microsoft besitzt mit den automatisch erzeugten und vor Tenant-Administratoren geschützten Sicherungspunkten eine klare Stärke.
Acronis ergänzt diesen Ansatz insbesondere um historische Backupvergleiche, eine feinere dokumentierte Wiederherstellungsgranularität, Downloadmöglichkeiten und die Einbindung zusätzlicher Workloads.
Die beiden Ansätze müssen sich daher nicht gegenseitig ausschliessen.
Welche Absicherung benötigt Ihr Unternehmen?
Die native Microsoft-Funktion eignet sich besonders für kurzfristig erkannte Änderungen und Organisationen, die ohne zusätzlichen Einrichtungsaufwand eine Basisabsicherung ihrer Identitätsebene benötigen.
Eine ergänzende Lösung wird relevant, wenn historische Zustände miteinander verglichen, einzelne unterstützte Eigenschaften wiederhergestellt, Protokolle aus dem Backup heruntergeladen oder zusätzliche Microsoft-365- und Infrastruktur-Workloads geschützt werden müssen.
Entscheidend ist nicht die Anzahl eingesetzter Backup-Produkte. Entscheidend ist, ob Sicherungsfrequenz, Aufbewahrung, Objektabdeckung und Wiederherstellungsprozesse zu den tatsächlichen Geschäftsanforderungen passen.
Häufig gestellte Fragen
Sichert Microsoft Entra ID automatisch? Ja. Microsoft Entra Backup and Recovery erstellt automatisch einmal täglich einen Sicherungsstand der unterstützten Entra-Objekte.
Wie lange werden Microsoft-Entra-Backups aufbewahrt? Microsoft hält bis zu sieben tägliche Sicherungspunkte vor. Ältere native Sicherungsstände stehen nicht zur Verfügung.
Können gelöschte Benutzer wiederhergestellt werden? Vorläufig gelöschte Benutzer können grundsätzlich bis zu 30 Tage wiederhergestellt werden. Davon zu unterscheiden ist die Aufbewahrung der Entra-Sicherungspunkte, die nur sieben Tage beträgt.
Microsoft Entra Backup and Recovery kann unterstützte Eigenschaften und Beziehungen aus einem noch verfügbaren Sicherungspunkt zurücksetzen. Endgültig gelöschte Objekte lassen sich nicht mit ihrer bisherigen Objekt-ID wiederherstellen.
Werden Conditional-Access-Richtlinien gesichert? Ja. Unterstützte Conditional-Access-Richtlinien und Named Locations gehören zum Sicherungsumfang. Notfallkonten, Ausschlussregeln und dokumentierte Wiederherstellungsprozesse bleiben dennoch erforderlich.
Ist Microsoft Entra Backup ein vollständiges Microsoft-365-Backup? Nein. Exchange-Postfächer, OneDrive-Dateien, SharePoint-Sites und Teams-Inhalte gehören nicht zur Entra-Identitätssicherung.
Fazit
Microsoft Entra Backup and Recovery ist ein wichtiger Fortschritt für die Widerstandsfähigkeit von Entra-Tenants.
Die automatische Sicherung, geschützte Wiederherstellungspunkte, Difference Reports und gezielte Recovery-Möglichkeiten erleichtern die Korrektur kurzfristig erkannter Fehlkonfigurationen, Löschungen und unerwünschter Massenänderungen.
Die native Funktion ersetzt jedoch kein vollständiges Backup- und Wiederherstellungskonzept. Unternehmen benötigen weiterhin dokumentierte Runbooks, geschützte Notfallkonten, klare Verantwortlichkeiten, regelmässige Recovery-Tests und eine zusätzliche Sicherung nicht abgedeckter Microsoft-365-Daten.
Microsoft Entra und Microsoft 365 passend absichern
Ob ein Sicherungspunkt pro Tag, sieben Tage Aufbewahrung und die unterstützte Objektabdeckung ausreichen, hängt von Ihren geschäftlichen, technischen und regulatorischen Anforderungen ab.
Mit SmartProtection365 unterstützt innobit Unternehmen dabei, Microsoft-365-Daten zusätzlich abzusichern und ein nachvollziehbares Wiederherstellungskonzept aufzubauen.
Der Schutz von Microsoft Entra ID kann abhängig vom gewählten Acronis-Lizenz- und Serviceumfang ergänzt werden. Er ist deshalb nicht automatisch Bestandteil jeder bestehenden SmartProtection365-Konfiguration.
Gemeinsam prüfen wir:
- welche Identitäten, Konfigurationen und Daten geschäftskritisch sind,
- welche Wiederherstellungsziele für Ihr Unternehmen gelten,
- welche zusätzlichen Workloads geschützt werden müssen,
- welche Lizenzierung und Aufbewahrung zu Ihren Anforderungen passen,
- wie Wiederherstellungsabläufe dokumentiert und regelmässig getestet werden können.
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